Das Auswärtige Amt weist auf ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bei Reisen
nach Simbabwe hin.
Im Vorfeld der im ersten Halbjahr 2002 stattfindenden Präsidentschaftswahlen,
im Zusammenhang mit einzelnen Nachwahlen im August und September sowie vor
dem
Hintergrund der anhaltenden Farmbesetzungen in ganz Simbabwe durch
Kriegsveteranen und Anhänger der Regierungspartei haben die Spannungen im
ganzen Land zugenommen. Dabei kommt es vermehrt zu politisch motivierten
Gewalttaten. Es besteht die Gefahr, dass Weiße gezielt angegriffen werden.
Auf die Hilfe der Polizei ist in solchen Situationen kein Verlass.
Anfang August ist es zu Angriffen auf Weiße und Ausländer in der
Provinzstadt Chinhoyi gekommen. Hiervon waren auch Personen betroffen, die
mit den Landbesetzungen nichts zu tun hatten. Besucher sollten vorerst das
Gebiet um Chinhoyi meiden und sich vor Reisen durch das Land genau bei
Ortskundigen über die Lage am jeweiligen Zielort und auch auf der Strecke
dorthin informieren.
Reisenden nach Simbabwe wird grundsätzlich geraten, sich unmittelbar vor
der Ausreise bei den Hotels, Lodges oder privaten Gastgebern nach der
aktuellen Lage zu erkundigen. Durch die schlechte wirtschaftliche Lage ist
es zudem bereits zu kurzfristigen Schließungen von Hotels und Lodges
gekommen, so dass eine Nachfrage schon deshalb sinnvoll ist.
Vor Besuchen von besetzten Farmen (auch Safari- und Jagdfarmen) und auch
von Farmen, die in einem stark von Besetzungen betroffenen Gebiet liegen,
wird gewarnt.
Auch als Außenstehender oder ''Zuschauer'' sollte auf keinen Fall an
Massenveranstaltungen oder gar politischen Demonstrationen teilgenommen
werden. Gerade in Arbeitervororten und in ländlichen Gebieten außerhalb
der Tourismuszentren können Veranstaltungen dieser Art in Gewalt
umschlagen. Gleichzeitig führt die immer schwierigere soziale Lage der Bevölkerung
zu zunehmender Kriminalität. Selbst in den Tourismuszentren wie den Städten
Harare, Bulawayo, dem Hwange-Nationalpark, den Viktoriafällen, dem
Karibasee, dem Nationalmonument Great Zimbabwe und den Eastern Highlands (Nyanga)
kam es in den letzten Wochen immer wieder zu Übergriffen mit kriminellem
Hintergrund gegenüber ausländischen Touristen. Hilfe von der Polizei kann
hierbei, vor allem außerhalb Harares und Bulawayos, nicht immer erwartet
werden. Dies hängt mit einerseits fehlendem Treibstoff und fehlenden
Ersatzteilen für die Fahrzeuge zusammen, andererseits werden auch immer
wieder Polizisten eingeschüchtert. Gerade in den Tourismuszentren sollten
Besucher daher besonders aufmerksam auf ihre Umgebung achten. Wertsachen und
Reisedokumente können im Hotelsafe deponiert werden.
Bei Reisen mit dem eigenen Pkw oder Mietwagen sollten die Hauptstraßen
nicht verlassen werden und es sollte auf keinen Fall nach Einbruch der
Dunkelheit gefahren werden. Das Anhalten auf freier Strecke oder an den
ausgeschilderten Rastplätzen, den sogenannten ''lay-by's'' sollte möglichst
vermieden werden. Pausen sollten nach Möglichkeit nur an Tankstellen oder
in Cafés und Restaurants eingelegt werden. Bei allen Fahrten sollten die
Fahrzeuge von innen verriegelt werden.
Vor Überlandfahrten mit öffentlichen Bussen wird gewarnt. Sie sind sehr
unzuverlässig und bleiben wegen fehlender Ersatzteile und mangelhafter
Wartung des öfteren auf freier Strecke liegen. Wer mit dem Bus reisen will,
sollte daher die Busse renommierter und als zuverlässig bekannter Firmen
benutzen.
Sollten Sie Opfer eines Diebstahls geworden sein, wenden Sie sich an die
nächste Polizeidienststelle um Anzeige zu erstatten. Beantragen Sie eine
sog. "Stolen Property List", eine amtliche Auflistung aller
abhanden gekommenen Gegenstände und Dokumente (diese ist zum Erhalt von
Ersatzdokumenten und zur späteren Ausreise sehr wichtig).
Die Polizei in Harare hat seit einigen Jahren eine "hotline"
eingerichtet, wo Sie unter der Telefonnummer 733733, 733734 oder 733735 Überfälle
anzeigen können.
Reisende sollten wegen der katastrophalen Lage in den staatlichen
Krankenhäusern eine sehr gut ausgestattete Reiseapotheke mit sich führen
und bei Unfällen, falls möglich, auf Einlieferung in ein privates
Krankenhaus in Bulawayo oder Harare bestehen. Hierbei ist zu beachten, dass
eine Aufnahme in diesen Krankenhäusern nur erfolgt, wenn entweder Vorkasse
geleistet wird oder eine Garantieerklärung abgegeben wird.
Ein starkes Hindernis für alle Fahrten, ob mit Pkw oder Bus, stellt der
akute Diesel- und Benzinmangel im ganzen Land dar. Es gibt immer wieder
Zeiten, in denen es im ganzen Land weder Benzin noch Diesel gibt. Kommen
doch wieder Lieferungen, so bedeutet dies in der Regel, dass man mehrere
Stunden in einer Schlange an einer Tankstelle verbringen muss, um am Ende
eine begrenzte Menge zu erhalten oder schlimmstenfalls leer auszugehen.
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass das Fotografieren von Militäranlagen
und -fahrzeugen, Soldaten, VIP's und sicherheitsrelevanten Gebäuden
verboten ist.
Für weitergehende Auskünfte steht die Deutsche Botschaft in Harare
unter der Telefonnummer (00263-4)-70 52 31, 70 70 75, 70 78 85 oder 70 85 35
zur Verfügung. In Notfällen kann nach Dienstschluss der
Bereitschaftsdienst unter der Nummer (00263-11)-601 937 erreicht werden.''