Indien ist allgemein ein vergleichsweise sicheres Reiseland. Das Auswärtige
Amt sieht auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf das indische
Parlament vom 13.12.01 zur Zeit keinen Anlass, von Reisen nach Indien generell
abzuraten. Allerdings ist es als Folge des Anschlags zu erheblichen Spannungen
zwischen Indien und Pakistan gekommen. Die weiteren Entwicklungen sind gegenwärtig
nicht absehbar. Bis auf weiteres wird wegen gewälttätiger
Auseinandersetzungen von Reisen in den Bundesstaat Gujarat drinend abgeraten.
Insbesondere im Blick auf mögliche Verschärfungen im
indisch-pakistanischen Verhältnis wird empfohlen, die Medienberichterstattung
sorgfältig zu verfolgen. Das Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan sollte
bis auf weiteres gemieden werden. Bus- und Bahnverbindungen zwischen Pakistan
und Indien sind ab dem 01. Januar 2002 unterbrochen.
Von Reisen in den Bundesstaat Jammu und Kaschmir - mit Ausnahme von Leh und
Umgebung - wird jedoch dringend abgeraten. Ferner wird auf ein
Sicherheitsrisiko bei Reisen in die Nordostregion Indiens hingewiesen.
Im einzelnen sollten bei Reisen nachstehende Hinweise beachtet werden:
1. Jammu, Kaschmir und Ladakh: Das Auswärtige Amt warnt nachdrücklich vor
Reisen nach Jammu und Kaschmir. Sowohl in Srinagar als auch in Jammu gab es
Bombenattentate auf öffentlichen Plätzen. Ausländer wurden mit Waffengewalt
beraubt (auch beschossen). In Ladakh müssen Grenzgebiete gemieden werden (Granatenbeschuß).
Auch das restliche Ladakh wird zunehmend unsicherer, Leh und Umgebung bildet
derzeit noch eine Ausnahme, möglichst auf den Luftweg anreisen.
In Kaschmir haben militante Gruppen in den letzten Jahren ausländische
Touristen entführt und ermordet. Von einem zusammen mit anderen westlichen
Ausländern 1995 entführten Deutschen fehlt bislang jede Spur. Nach der
Verschleppung und Ermordung eines Deutschen im südlichen Ladakh (von Manali
in Richtung Zanskar, Kargil) im Juli 2000 muß auch für diesen Teil Indiens
zumindest von Einzelreisen und dabei insbesondere von Fahrten per Autostopp
abgeraten werden. Ladakh sollte auf keinen Fall über den Landweg von Srinagar
nach Leh oder Manali - Zanskar - Kargil - Leh bereist werden. Der Trekkingweg
Manali - Leh galt bisher als sicher. Dies ist seit Juli 2000 nicht mehr der
Fall, als zwei deutsche Trekker Opfer eines brutalen Raubüberfalles wurden.
Ausländer werden zunehmend gezielt von Militanten angegriffen.
In Indien gibt es Reiseveranstalter, die dennoch einen Besuch von Jammu und
Kaschmir anbieten. Es wird dringend davor gewarnt, sich hierauf einzulassen.
Generell wird davor gewarnt, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen Führer
durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Plätzen
zu zelten.
2. Nordostregion: Wegen zunehmender Gewalttätigkeiten im Nordosten Indiens
(Assam, Manipur, Tripura und Nagaland) wird derzeit von Reisen dorthin
dringend abgeraten. Besondere Reisegenehmigungen werden derzeit für Sikkim,
Arunachal Pradesh, Nagaland, Manipur und Mizoram benötigt.
3."Trekking": Bei "Trekking"-Touren sollte unbedingt
sichergestellt werden, daß ausreichend starke Funkgeräte mitgeführt werden,
da anderenfalls in Notfällen eine rechtzeitige Einleitung von
Rettungsaktionen nicht sichergestellt ist.
4. Übriges Indien: Demonstrationen und Ausschreitungen sowie Anschläge
sind nie völlig auszuschließen. In der Altstadt von Delhi kommt es an öffentlichen
Plätzen vereinzelt zu Bombenanschlägen. Auch das öffentliche Transportwesen
ist hier und auch im übrigen Indien Ziel von Attentaten.
5. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden bereits beim Besitz
von kleinen Drogenmengen (auch Haschisch) mit drakonischen Haftstrafen
geahndet. Mitgeführte Devisen -derzeit ab 5000 US-Dollar (bar oder
Reiseschecks) - sind bei der Einreise zu deklarieren. Bei Verstößen
hiergegen und gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.